Holzpflaster (Allgemeine Hinweise / Eigenschaften)

Allgemeine Hinweise

Holzfußböden und Umwelt

Holz ist der einzige nachwachsende Rohstoff, dessen Produktion die Umwelt nicht belastet. In ihrer Wachstumsphase entziehen die Bäume der Atmosphäre eine beträchtliche Menge Kohlendioxid. Gleichzeitig geben sie Sauerstoff ab. Die europäischen Wälder werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet. Es wird jährlich nicht mehr eingeschlagen als zuwächst. Die Holzvorräte in Europa sind gewachsen und auch die Waldfläche hat deutlich zugenommen.

Holz hilft gegen den Treibhauseffekt

Die wärmedämmenden Eigenschaften des Holzes vermindern die Schadstoffbelastung der Luft. Bei der Verwendung von Holz als Bau- und Werkstoff bleibt das die Atmosphäre schädigende Kohlendioxid im Holz gebunden und trägt so zur Verminderung des Treibhauseffektes bei. Holzverwendung ist also praktischer Umweltschutz!

Holz - energiesparender Baustoff

Der Baustoff Holz hat den geringsten Energieverbrauch für Herstellung, Transport und Verarbeitung. Darüber hinaus ist Holz auch noch ein guter Dämmstoff.

 

Erstellungsenergiebedarf verschiedener Baustoffe
Baustoff  Erstellungsenergie
Bedarf (kWh/t)
Lehm 0 -  2,5
Holz  5 - 7,5
Kalksandstein 250
Normalbeton 250 - 300
Hochlochziegel 450
Dachziegel 550
Gasbeton 750
Zement 1.000
Kalk 1.200
Glas 6.000
Kunststoffe 8.200 - 20.000
Aluminium 72.000

 

Holzfußböden und Ökologie

Die Technische Universität München hat auf der Grundlage der neuesten internationalen Normen (ISO - 14040 ff) eine Sachökobilanz für Holzfußböden - einschließlich Holzpflaster - erstellt. Danach sind die Umweltauswirkungen auf dem Lebensweg äußerst gering. Im Gegenteil! Während der Produktion und der Nutzung wirken sie dem anthropogenen Treibhauseffekt entgegen.

Die Ergebnisse der Sachökobilanz können beim Herausgeber dieser Schrift angefordert werden.

Die Verwendung von wasser- oder acrylhaltigen Versiegelungsmitteln und von Dispersionsklebstoffen führt auch bei den notwendigen Hilfsstoffen zu einer umweltfreundlichen Verarbeitung.

Recycling ist kein Problem. Auch mit Anstrichen und Bindemitteln versehenes Holzpflaster kann durch mechanische Vorgänge zu Holzwerkstoffen verarbeitet oder energetisch verbraucht werden. Der Kreislauf ist abgeschlossen.

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Holzpflaster - Begriff - Beschaffenheit

Holzpflaster ist ein Fußboden für Innenräume, und zwar: 

a)    für repräsentative Räume und Wohnbereiche (RE)

b)    für Werkräume und Räume mit gleichartiger Beanspruchung (WE)

c)    für industriell oder gewerblich genutzte Räume. (GE)

Die Herstellung erfolgt aus scharfkantigen Holzklötzen, die so zu gepflasterten Flächen verlegt werden, dass eine Hirnholzoberfläche als Lauffläche dient. 

 

 

Die Bezeichnungen eines Holzpflaster Klotzes sind h (Höhe), b (Breite) und l (Länge).

 

 

 *Bei Staplerverkehr min h=40 mm  b=60 mm l=100 mm

 

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Eigenschaften

Fußwärme

Holzpflaster ist fußwarm und erfüllt in besonderem Maße die an Standflächen nach der Arbeitsstättenverordnung gestellten Forderungen. Nach Messungen an der Universität Stuttgart tritt bei einer 10 Min. dauernden Berührung des Fußes mit einem Wärmestand von 38°C bei einem Zementestrich eine Abkühlung von mehr als 10°C, bei Holzpflaster nur von 2°C bis 2,8°C ein. Außerdem bleibt die Fußtemperatur bei Holzpflaster nach einem ersten Absinken konstant. Die Abströmverluste werden durch Nachlieferung wieder gedeckt.

Wärmedämmung

Der Wärmedurchlasswiderstand des Fußbodens wird aus der Summe der Widerstände der einzelnen Schichten errechnet. Er ist bei Holzpflaster abhängig von der Dicke = a und der Wärmeleitfähigkeit der Holzart λ (Maßeinheit w/m K). Er errechnet sich nach der Formel: = 1 / Λ = d / λ.

Die gute Wärmedämmeigenschaft von Holzpflaster wird im Vergleich zu anderen Fußböden besonders deutlich

 

Wärmedurchlasswiderstände verschiedener
Beläge und Unterböden
Dicke
mm
Belag m² x K/W
2 PVC-Bodenbelag 0,02
13 Keramische Fliesen 0,02
20 Naturstein 0,02
35 Zementestrich 0,02
20 Gußasphalt 0,03
8 Teppichboden 0,09
30 Eichenholzpflaster 0,10
60 Kiefern-Holzpflaster 0,30

 

Brandverhalten

Durch die Verlegung ist Holzpflaster an fünf Oberflächenseiten dicht abgeschlossen. An der sechsten, der Oberflächenlaufseite tritt bei Feuereinwirkung höchstens eine geringe Verkohlung ein, die einen Luftabschluss bewirkt. Brandschäden führen daher nur zu einer leichten Verkohlung der Oberfläche von geringer Tiefe.

Holzpflaster aus Eiche einschließlich Versiegelung erfüllt die Anforderungen an die Baustoffklasse B 1 nach DIN 4102 "schwer entflammbar" (Untersuchungsergebnis der FMPA-BA/Wü.- Otto Graf Institut, Stuttgart).

Wirtschaftlichkeit

Holzpflaster bietet auch entscheidende wirtschaftliche Vorteile. Die Anschaffungskosten sind zusammen mit der nahezu unbegrenzten Lebensdauer, den Möglichkeiten zur Energieeinsparung, der Umweltfreundlichkeit und der Verbesserung der Arbeitsplätze zu beurteilen.

Das gilt auch für die Folgekosten. Neben den direkten Kosten für Instandsetzung oder Erneuerung werden auch die indirekten Kosten bei Betriebsstörungen eingespart.

Der Boden ist - ohne Versiegelung - sofort nach der Verlegung begehbar.

Beliebig große Teilflächen können schnell aufgenommen und erneuert werden (z. B. bei Umstellung von Maschinen und Geräten).

Verschleißfestigkeit

Schwerste Beanspruchungen, z. B. im Industriebereich, führen selbst über längere Zeit bei Holzpflasterböden nur zu einer geringen Abnutzung.

Druckbelastung: 50t / dm². Das entspricht einem Gewicht von 50 t auf einer Fläche von 100 cm².

Flächenbeheizte Fußboden-Konstruktionen

Auf flächenbeheizten Unterböden - Zementestrich (CT) - ist die Verlegung von Holzpflaster in geringer Dicke möglich. Um eine ausreichende Wärmeabgabe an den zu beheizenden Raum zu erreichen, soll der Wärmedurchlasswiderstand nicht größer sein als 0,15 m² K/W. Dieser Wert wird z. B. mit Holzpflaster aufgrund des Wärmestromes parallel zur Faser mit einer Dicke bis maximal 30 mm bei Eiche und 25 mm bei Nadelholz ohne weiteres unterschritten.

Für die Konstruktion sind die Empfehlungen des "Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes", Bonn zu beachten.

Der Auftraggeber hat den schriftlichen Nachweis zu führen, dass die Anweisungen im Merkblatt "Vorbereitende Maßnahmen zur Verlegung von Holzfußböden auf beheizten Fußbodenkonstruktionen" zur Inbetriebnahme sowie dem Auf- und Anheizen eingehalten sind. (Merkblatt beim Herausgeber anzufordern) Weitere Literatur "Informationsdienst Flächenheizung": "Richtlinie für den Einsatz von Bodenbelägen auf Fußbodenheizungen - Anforderungen und Hinweise" (BVF Hochstraße 113 - 58095 Hagen) und Fachinformation "Schnittstellenkoordination bei beheizten Fußbodenkonstruktione" für Bauherren, Planer und Ausführende. (Bezugsquelle beim Herausgeber anfragen)

Sonstige wichtige Eigenschaften

  • Die geringe elektrische Leitfähigkeit mindert die Gefahr elektrischer Betriebsunfälle. Andererseits ist die Leitfähigkeit noch ausreichend zur Verhinderung elektrostatischer Aufladung.
  • Werkzeuge oder Gußteile können ohne Schaden auf den Boden fallen.
  • Holzpflaster erfüllt alle Eigenschaften die nach den "Arbeitsstättenrichtlinie" gefordert werden.
  • Durch Holzpflaster werden Fahrgeräusche und andere Geräuschquellen gedämpft. Holzpflaster kann die akustischen Verhältnisse verbessern. Seine Elastizität wirkt schon bei der Entstehung des Lärms dämpfend z. B. wenn Werkstücke auf dem Fußboden bearbeitet werden oder herunterfallen.
  • Holzpflaster verhindert dank seiner guten elastomechanischen Eigenschaften frühzeitige Ermüdungserscheinungen auch bei längerer Arbeit in stehender Haltung.
  • Holzpflaster hilft durch seine günstigen wärmetechnischen Werte Energie sparen.
  • Holzpflaster ist dank seiner materialspezifischen Eigenschaften besonders umweltverträglich.